Schweißrauchabsaugung: Vorschriften, Systeme & Kosten
Schweißrauch ist gesundheitsgefährdend und muss abgesaugt werden. Wir erklären die gesetzlichen Pflichten, vergleichen Systeme und zeigen, was es kostet.
Warum Schweißrauchabsaugung Pflicht ist
Schweißrauch enthält eine komplexe Mischung aus Metalloxiden, Gasen und ultrafeinen Partikeln. Viele dieser Stoffe sind nachweislich krebserregend – insbesondere Chrom(VI)-Verbindungen und Nickeloxide, die beim Schweißen von Edelstahl entstehen.
Der Gesetzgeber hat darauf mit klaren Vorschriften reagiert. Wer schweißen lässt, muss Schweißrauch absaugen. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Pflicht.
Gesetzliche Grundlagen im Überblick
TRGS 528 – Schweißtechnische Arbeiten
Die Technische Regel für Gefahrstoffe 528 ist das zentrale Regelwerk für den Umgang mit Schweißrauch. Sie schreibt vor:
Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW)
Der allgemeine Staubgrenzwert (A-Fraktion) liegt bei 1,25 mg/m³. Für viele Schweißrauche gelten jedoch deutlich niedrigere Grenzwerte:
DGUV Regel 109-002
Die berufsgenossenschaftliche Regel konkretisiert die Schutzmaßnahmen für schweißtechnische Arbeiten. Sie fordert unter anderem:
Konsequenzen bei Nichteinhaltung
Wer die Vorschriften ignoriert, riskiert:
Systeme im Vergleich: Mobil, stationär oder zentral?
Es gibt drei grundlegende Ansätze für die Schweißrauchabsaugung. Jeder hat seine Berechtigung – die richtige Wahl hängt von Ihrem Betrieb ab.
Mobile Absaug- und Filtergeräte
**Funktionsweise:** Fahrbare Einheiten mit integriertem Filter und Absaugarm. Der Arm wird vom Schweißer an die jeweilige Arbeitsstelle positioniert.
**Vorteile:**
**Nachteile:**
**Geeignet für:** Kleine Betriebe mit wenigen Schweißarbeitsplätzen, Montagearbeiten, wechselnde Einsatzorte.
Stationäre Absaugung mit Absaugarmen
**Funktionsweise:** Fest installierte Absaugarme an jedem Schweißarbeitsplatz, verbunden mit einem stationären Filter. Jeder Arm hat einen Erfassungsradius von zwei bis vier Metern.
**Vorteile:**
**Nachteile:**
**Geeignet für:** Mittlere Betriebe mit festen Schweißarbeitsplätzen.
Zentrale Absauganlage mit Erfassungselementen
**Funktionsweise:** Eine zentrale Filteranlage ist über ein Rohrleitungsnetz mit Erfassungselementen an jedem Arbeitsplatz verbunden. Die Erfassung kann über Absaugarme, Absaugtische, Absaughauben oder Einhausungen erfolgen.
**Vorteile:**
**Nachteile:**
**Geeignet für:** Größere Betriebe mit vielen Schweißarbeitsplätzen, hohem Schweißvolumen und fester Hallenstruktur.
Filtertechnologien im Vergleich
Patronenfilter
Die Standardtechnologie für Schweißrauchabsaugung. Filterpatronen aus Polyester oder PTFE-beschichtetem Material filtern die Partikel mit einem Abscheidegrad von über 99,9 Prozent.
HEPA-Nachfilter
Bei besonders kritischen Anwendungen – insbesondere Edelstahlschweißen mit Chrom(VI)-Belastung – wird ein HEPA-Filter (H13/H14) nachgeschaltet.
Elektrostatische Filter
Nutzen ein elektrisches Feld, um Partikel abzuscheiden. Vorteil: Kein Filtermedienwechsel nötig, nur regelmäßige Reinigung. Nachteil: Geringerer Abscheidegrad als Patronenfilter, nicht für alle Schweißrauche geeignet.
Aktivkohlefilter
Werden als Zusatzstufe eingesetzt, um gasförmige Schadstoffe (Ozon, Stickoxide) abzuscheiden. Relevant beim MIG/MAG-Schweißen und Plasmaschweißen.
Kosten und Amortisation
Investitionskosten nach Systemtyp
Laufende Kosten
Amortisation durch Wärmerückgewinnung
Zentrale Absauganlagen bieten die Möglichkeit, die gereinigte Warmluft im Winter zurück in die Halle zu führen. Bei einer typischen Schweißerhalle spart das 15.000 bis 40.000 Euro Heizkosten pro Jahr. Die Investition in eine zentrale Anlage amortisiert sich damit oft schon nach drei bis fünf Jahren.
Amortisation durch geringere Krankheitstage
Schweißer, die ohne Absaugung arbeiten, haben nachweislich mehr Atemwegserkrankungen. Die daraus resultierenden Fehlzeiten und Produktivitätsverluste übersteigen die Kosten einer Absauganlage bei Weitem.
Herstellerunabhängige Beratung: Der Filutiv-Ansatz
Die Auswahl des richtigen Systems erfordert eine neutrale Bewertung. Hersteller von mobilen Geräten empfehlen mobile Geräte, Hersteller von zentralen Anlagen empfehlen zentrale Anlagen. Beide haben Recht – für bestimmte Fälle.
Filutiv arbeitet herstellerunabhängig. Wir analysieren Ihre Situation – Schweißverfahren, Materialien, Arbeitsplatzanzahl, Hallengeometrie, Budget – und empfehlen die technisch und wirtschaftlich beste Lösung. Dabei greifen wir auf Komponenten verschiedener Hersteller zurück und bauen Ihre Anlage exakt nach Ihren Anforderungen.
Was unsere Beratung umfasst
Nächster Schritt: Kostenlose Erstberatung
Sie schweißen und haben noch keine Absaugung? Oder Ihre bestehende Lösung reicht nicht mehr aus? In einer kostenlosen Erstberatung analysieren wir Ihre Situation und zeigen Ihnen die optimale Lösung – herstellerunabhängig und ehrlich.
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